Sonne satt, 30°, gute Laune. Genau so und äußerst optimistisch bin ich anfangs Juli in die Halle getreten, diesmal jedoch nicht in der gewohnten Rolle, als Spieler, der die Anweisungen des Trainers befolgt, sondern als Verantwortlicher für die männliche u16, die letztendlich das umsetzen sollte was ich situativ für das Richtige halte. Die oberste Prämisse, die ich mir selbst gesteckt hatte, war eine effektive Arbeit, die bei gerade einmal 2 Einheiten à 1,5h von Nöten ist. Trotz allem wollte ich meine Jungs Spaß am Spiel vermitteln, denn das ist der Grund wieso wir alle Basketball spielen.
Meine Stimmung machte genau nach 2 Wochen eine Kehrtwende. Grund hierfür war die mehr als mangelnde Trainingsbeteiligung, die bereits in den ersten beiden Wochen ihren negativen Rekord erreicht hatte und welche auch im weiteren Verlauf kaum besser wurde. Die Trainingsleistungen, was hinzukam, waren auch nicht wünschenswert, noch nicht.
Mit voranschreitender Zeit und der Zunahme der Trainingsbeteiligung konnte ich mir letztendlich ein Leistungsbild machen. Mein Ziel war es, dass jeder Spieler, egal auf welchem Leistungsstand, einen zentralen Part in der Mannschaft übernehmen sollte um damit für den mannschaftlichen Erfolg beizutragen. Dieser konnte aber auch nur durch Spaß und der individuellen Entwicklung jedes einzelnen erfolgen.
Nach rund 2,5 Monaten einer sehr durchwachsenen Vorbereitung machten wir uns auf den Weg zu unserem 1. Auswärtsspiel in Richtung Doppelturnhalle. VFB sollte sich als stärkster Gegner herausstellen. Mir persönlich kam das Spiel zu früh, da mein Gefühl mir sagte, dass die Jungs nicht ausreichend vorbereitet waren. Der unglückliche Zustand nur dezimiert (mit 6 Spielern) antreten zu können, ließ meine Sorgen nicht gerade verschwinden. Doch bereits bei diesem, schon richtungweisendem Spiel kam ich aus dem Staunen nicht heraus. Mit sehr viel Disziplin und Engagement schlugen wir den VFB, der mit 4 BBLZ-Oberligaspielern antrat. Besonders die Team-Defense, die zu diesem Zeitpunkt noch Windeln trug, wurde zu diesem frühen Zeitpunkt schon sehr gut umgesetzt. In diesem ersten Spiel, das meine Jungs mit 74:59 für sich entscheiden konnten, musste ich vor allem bei Max Leitner resümieren: Stille Wasser sind tief. Es war ein Mannschafts- und Achtungserfolg.
Das 2. Spiel, abermals in Gießen, nun jedoch beim MTV, mussten wir wiederum vermindert antreten, es waren ja Herbstferien. Trotz der erneut suboptimalen Umstände konnten die Jungs das Spiel im Vergleich zur Vorwoche eindeutiger gestalten (85:45), obwohl der MTV körperlich überlegen war, dies jedoch nicht konsequent nutzen konnte, da wir es schafften, vor allem in der 2. Halbzeit, einen enormen Druck in der Verteidigung aufzubauen. 15 zugelassene Punkte des Gegners in Durchgang 2 unterstreicht dies. Durch die gute Verteidigungsleistung wurde Marvin und Henning gewährleistet, in der Offense zu vielen „Leichten“ zu kommen, die durch die physische Machtstellung des MTV in Durchgang 1 nicht ermöglicht wurden. In dieser 2. Halbzeit haben alle an einem Strang gezogen und bewiesen, zu was sie im Stande sind zu leisten, besonders in der Ganzfeldverteidigung.
Aufgrund der Bitte zur Spielverlegung seitens der Marburger trafen wir nach einer 1-monatigen Spielpause erneut auf den VFB, diesmal in Grünberg zur Heimpremiere. Wie sich herausstellte tat uns die Spielpause nicht gut, Zufriedenheit und Entspannung breitete sich nach den ersten beiden Erfolgen aus, die ohne Zweifel über weite Strecken souverän eingefahren wurden. Obwohl wir das Spiel dieses Mal mit 11 eindeutig besser vorbereiteten Spielern, im Vergleich zum Hinspiel, angehen konnten, haben wir die Übersicht und Ruhe Christians schmerzlichst vermissen müssen, der aufgrund eines Auswärtsspiels des BBLZ in Wiesbaden verhindert war. Gemäß meinen Erwartungen wurde es das enge Spiel, das es wegen des Heimvorteils zu gewinnen hieß, und vor allem eines nicht: eine Offensivschlacht. Zur Halbzeit konnten wir uns noch über einen knappen Vorsprung freuen, den wir durch ein unterirdisches 3. Viertel nicht halten konnten, da wir wegen fehlendem Druck in der Defense, speziell in der Team-Defense, nicht mehr zu einfachen Fast-Breaks kamen. Genau das Gegenteil spielte sich beim VFB Gießen ab. Durch gute Defense und den dadurch resultierenden Ballgewinnen erfreuten sie sich über zahlreiche 1 gegen 0 Situationen. Während dessen waren meine Schützlinge nicht leichtfüßig genug, der Ball lief zu langsam, was unter dem Strich nur noch zu Einzelaktionen reichte, die jedoch durch geschickte Verteidigung und Rotation seitens des VFB unterbunden wurden und ich schließlich durch die 64:70 Niederlage den ersten gelben Zettel in Empfang nehmen musste. Trotz der fehlenden Help-Side Rotation war es vor allem Flo Strack, der an diesem Tage diese auch nicht benötigte, da er seine Gegenspieler auf beeindruckende Weise zu stellen wusste. Auch Robert und Deividas bewiesen streckenweise, dass sie im Stande sind zu verteidigen, jedoch zu diesem Zeitpunkt noch an Konstanz zulegen mussten. Offensiv trugen uns Henning, Marvin und meine beiden Center Max und Max an diesem Tag.
Die Niederlage brachte trotzdem nur positives mit sich. Die Einstellung, der Wille und Ehrgeiz, sich gegen den MTV zu rehabilitieren, kehrten wieder in die Mannschaft zurück. Die Körpersprache von der ersten Sekunde des Aufwärmens vermittelte dem Gegner schon zu diesem Zeitpunkt: nicht heute, nicht hier! Schlüssel zu dem imponierendem 118:45 Erfolg war letztendlich die äußerst konstante Defensleistung, die es den MTV-Akteuren zu keinem Zeitpunkt ermöglichte, durchzuatmen, einen Einwurf ohne enormen Druck ins Feld zu bekommen. Basierend auf dieser tollen Verteidigungsleistung lief die Offense ohne Druck und leicht von der Hand. In diesem Spiel traten wir wieder als Einheit auf, in der jeder gewillt war, seinem Mitspieler zu helfen, was man bei nur 14 zugelassenen Punkten in Halbzeit 2 unschwer erkennen kann und das ganze stark honoriert werden muss.
Meine Aufgabe war es nun die Jungs diesen Schwung in das Nachholspiel gegen den BC Marburg mitnehmen zu lassen und mindestens genau die gleiche Intensität aufbringen zu lassen. Dieses wurde anfangs tadellos umgesetzt, bis einige Spieler durch nicht nachvollziehbare und teilweise unverschämte Pfiffe trotz einer exzellenten Defense durch Fouls abgestraft wurden und dadurch die nächsten 20 Minuten nicht mehr aktiv in das Spielgeschehen eingreifen konnten. Doch wie auch im Spiel gegen den MTV traten die Jungs als Einheit auf, kämpften aufopferungsvoll bis zur verdienten Pause auf der Bank. Eine starke Leistung in der Ganzfeldverteidigung zeigten an diesem Tag Henning, Marvin und Christian, wenn sie die Unparteiischen ließen… Auch Flo Strack und Sven verdienen sich hier ein Sonderlob und brauchen sich zukünftig nicht verstecken. Überragt, nicht nur körperlich, hatte Max Leitner an diesem Samstag in der Offense, der mit 32 Punkten und einer hohen Trefferquote erheblich zum 105:39 Erfolg beitrug.
Das letzte Erstrundenspiel wurde am folgenden Tag auswärts abermals gegen den BC bestritten. Mit großen Erwartungen aufgrund des Vortages, jedoch mit einer nicht freiwilligen dezimierten Truppe von 6 Spielern wurde das Spiel unter der Leitung von Michael Theiß angegangen. Aufgrund der mit 12 frischen Spieler besetzten Marburger Mannschaft und mehrfacher 3-fach Belastung in unseren eigenen reihen mussten sich die Jungs und Michael auf eine sehr schwere Aufgabe, möglicherweise die schwerste in der Runde, einstellen. Vor allem die Erschöpfungserscheinungen, die während des Spiels weiter zunahmen, machten sich in der Foulbelastung bemerkbar, die beunruhigende Ausmaße annahmen. Doch auch in diesem Spiel bewiesen alle Courage, kämpften erbittert für den ungemein wichtigen Sieg, der uns letztendlich die Tabellenführung sichern sollte. In diesem Fall waren es Sven, Benedikt und Flo, die in der Defense wie Felsen in der Brandung standen und die Gegner trotz allem auf 66 Punkten hielten. Offensiv ruhte die Last auf den Schultern von Marvin, Christian und Max Leitner, die ihre Aufgabe zu aller Zufriedenheit erfolgreich erfüllen konnten. An der Seitenlinie trug Michael Theiß mit einer durchdachten und klugen Leistung zu diesem wichtigen Sieg bei. An dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön von mir und der Mannschaft!
Es ist Ende November, um die 0°, bewölkt und es schneit, doch in mir verschwinden die Wolken und der Optimismus wie auch die gute Laune ist zurückgekehrt, die Sonne kommt immer mehr zum Vorschein.
Nun noch ein paar Worte an die Mannschaft:
Ich bin stolz auf euch, stolz auf eure kontinuierliche Entwicklung und Steigerung im Laufe der ersten Saisonhälfte, vor allem auf die letzten 3 Spiele, die alles beinhalteten: Defensivdemonstrationen, Offensivvorführungen und vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit, die uns den letzten Sieg eingebracht hat. Wie ihr gemerkt habt, ist die Defenseleistung die tragende Säule für den Erfolg, denn nur dadurch werden uns einfache Punkte in der Offense ermöglicht. Einmal hat dies nicht geklappt: Bei der Niederlage gegen den VFB standen wir zu weit weg, waren zu passiv, hatten nicht die nötige Spannung um das Spiel zu diktieren und ihnen unseren Willen aufzusetzen. Wenn wir es schaffen, diese Intensität in jedem Spiel aufzubringen, schlagen wir auch unsere kommenden Gegner. An eurem Können zweifele ich nicht, ihr müsst es nur abrufen. Nun müssen wir nach vorne blicken, uns auf die kommenden Aufgaben fokussieren. Was ich damit sagen möchte: Ruft in jedem Training das Maximum ab, helft euch gegenseitig, nu dann werden wir besser. Nur wenn wir uns steigern, schlagen wir die andere, die steigern sich nämlich auch. Außerdem wollen wir ja Spaß haben, welcher auch durch das Gewinnen verursacht wird. Zuerst muss jedoch im Training Schweiß fließen, der sich dann im Spiel auszahlt. Deswegen lautet unsere Devise:
Wir ziehen alle an einem Strang. Einer für alle, alle für einen!
In Anerkennung
Euer Trainer Ilja
Kommentare
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hammer text ille pille
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im text fehlen noch die
im text fehlen noch die liegestützen in der auszeit...das gibt muskeln fürs spiel:D
Hallo, ich habe die U 16 m
Hallo, ich habe die U 16 m zwei mal spielen gesehen und muss sagen, dass die Mannschaft (und der Trainer) sehr gut zusammen passen und mir das zusehen viel Spaß bereitet hat.
Jeder hat für den anderen gekämpft und ist bis an seine Grenze gegangen, unabhängig vom Spielstand. Wenn die Mannschaft zusammen bleibt, sich jeder einzelne weiterentwickelt und noch eine Schippe drauflegt, können die Jungs noch viele Siege einfahren.
Spielt (Arbeitet) so weiter und habt viel Spaß zusammen auf und außerhalb des Feldes.
netter text ilja:)
netter text ilja:)