DM U19weiblich: TSV Grünberg wird Vize-Meister

(vr) Ein hochklassiges U19-Pokalfinale im weiblichen Jugendbasketball sahen rund 400 begeisterte Zuschauer am Sonntag in der Sporthalle der Theo-Koch-Schule in Grünberg zwischen dem Gastgeber TSV Grünberg und den New Baskets aus Oberhausen. Nach langer Führung bis ins letzte Schlussviertel hinein musste sich die Truppe von Trainerin Birte Schaake am Ende letztlich mit 58:64 (33:28) geschlagen geben.

Die Bronzemedaille sicherte sich die Mannschaft der TS Jahn München durch einen 70:53-Erfolg über den SC Alstertal-Langenhorn.

Großes Lob hatte bei der Siegerehrung Bundestrainerin Alexandra Maerz nicht nur für alle vier Teams übrig, sondern vor allem für den Ausrichter: »Wir haben ein sensationell gutes Finale gesehen - und ein dickes Lob an den TSV Grünberg für die professionelle Ausrichtung dieser Final-Four-Veranstaltung, die man durchaus als Werbung für den Frauen-Basketball bezeichnen darf.«

Finale / New Baskets 92 Oberhausen - TSV Grünberg 64:58 (28:33): Dass beide Kontrahenten auf einem ähnlichen Niveau spielten und die Partie somit viel Spannung versprach, zeigte sich bereits im ersten Viertel. Nach den anfänglichen 4:8- und 8:10-Rückständen in der dritten und sechsten Minute nahm auf Gastgeberseite die Jugendnationalspielerin Finja Schaake das Heft in die Hand und führte nahezu im Alleingang zuerst den 10:10-Ausgleich und später per Dreier die 17:14-Führung herbei. Am Ende des ersten Viertels lagen die Gallusstädterinnen mit 19:16 in Front. Ausgeglichen verlief dann auch der zweite Spielabschnitt. Diesmal war es Grünbergs Nationalkadettin und Kopf der Mannschaft, Julia Gaudermann, die mit ihrem Drang zum Korb für Punkte auf dem Gastgeberkonto und mit ihrer druckvollen Verteidigungsarbeit für zahlreiche Ballverluste bei den Oberhausenerinnen sorgte. Bis zur Halbzeitpause pendelte sich der Vorsprung auf fünf Zähler ein (33:28). Etwas frischer aus der Kabine kamen dann die Gäste, die bis Minute 22 auf 31:33 verkürzten und Grünbergs Coach zu einer Auszeit forcierten. Prompt zeigte Schaake mit zwei Treffern jenseits der 6,25-m-Marke, dass die Oberhausenerinnen Widerstand zu erwarten haben würden. Während auf der Seite der Hessinnen die überragenden Schaake und Gaudermann für Punkte sorgten und das Grünberger Spiel kontrollierten, verteilten die New Baskets ihre Last auf mehrere Schultern. Nach dem 52:46-Zwischenstand nach drei Spielperioden machte sich die Ausgeglichenheit der Westfalinnen zu ungunsten von Gaudermann und Co. bemerkbar. Nachlässigkeiten in der Ballbewegung und dadurch zustande gekommene Turnovers der Mittelhessinnen nutzten die Gäste, um zunächst auf 52:52 (33.) auszugleichen und wenige Minuten später durch die 56:54-Führung das Spiel zu kippen. Während bei Grünberg die Kräfte schwanden, übernahm Oberhauses Kathrin Wischnitzki die Verantwortung und brachte ihr Team auf die Siegesstraße. Wischnitzki wurde am Ende des Turniers für ihre Leistung zum »MVP« gekürt. Nach der 58:64-Niederlage in eigener Halle war Grünbergs Trainerin Birte Schaake dennoch nicht enttäuscht: »Oberhausen hat einfach eine ausgeglichenere Mannschaft und eine tiefere Bank. Wir haben einen tollen zweiten Platz gewonnen.«

Halbfinale / TSV Grünberg - TS Jahn München 68:62 (37:38): Einen Tag zuvor legte der TSV mit dem Sieg über den späteren Bronzemedaillengewinner den Grundstein für die Finalteilnahme. Im ersten Viertel sah es zunächst nach einer klaren Angelegenheit für den Gastgeber aus, der über aggressive Defense und engagiertes Reboundverhalten gegen die körperlich überlegenen Bayerinnen nach zehn Minuten mit 26:13 in Führung ging. Viele Turnover und nun auch Nachlässigkeiten beim Rebound der Gallusstädterinnen brachten München in Fahrt. Ein 10:0-Lauf der Gäste bescherte diesen zur Halbzeitpause sogar die 38:37-Führung. Während die TS-Akteurinnen auch zu Beginn des dritten Viertels über den Fastbreak punkteten, zeigte sich die Schaake-Truppe im Angriff zögerlich und ohne Drang zum Korb. Erst zwei Körbe der frisch eingewechselten Marburgerin Natascha Mützel brachten während des 10:0-Runs der Grünbergerinnen die erneute Führung (45:44, 24.). Über ein 55:49 (30.) drohte das Spiel bereits in der 34. Minute wieder zu kippen (55:55). Wie auch schon in den ersten drei Durchgängen biss sich Grünberg gegen die Zonen-Verteidigung der Gäste vergeblich die Zähne aus. Der Ball fand aus der Distanz nur selten den Korb. Eine funktionierende aggressive Mann-Mann-Defense über das ganze Feld rettete dem TSV in den Schlussminuten letztenlich den 68:62-Erfolg.

TSV Grünberg (Punkte gesamt): Schaake (44), Gaudermann (36), Klaus (6), Carthäuser (8), Ritter (6), Mützel (13), Rahn (4), Wegmann (6), Schwarting (3), Poth, Schneider, Dreher, Geissert.

Gießener Allgemeine