RLH: VFB gewinnt "holpriges" Derby - Zonenpresse der 1900er entscheidend

VfB 1900 Gießen - TSG Grünberg 87:75 (49:43): Axel MühlhausenGIESSEN. Die Doppelturnhalle der Liebigschule war mit 500 Zuschauern gestern Abend gut gefüllt und die, die kamen, wurden nicht enttäuscht. Im Vorfeld hätte man auch vermuten können, das Derby hätte ein lockerer Saisonkehraus werden können, in dem beide Kontrahenten die Sache entspannt ausklingen lassen würden. Aber davon war in den 40 Spielminuten nur wenig zu sehen. Geschenke wurden nicht verteilt und es ging bis zum Ende richtig rund. Am Schluss durfte der VfB 1900 Gießen einen 87:75 (49:43)-Sieg gegen den mittelhessischen Rivalen bejubeln. Für den Coach der Gastgeber "war es ein toller Saisonabschluss. Es war schön spannend und beide Teams hatten noch mal richtig Spaß. Entscheidend war, dass wir in den engen Phasen die Spielkontrolle behalten haben", so Dejan Kostic. Sein Gegenüber Matthias Alver war nicht gerade angetan vom Ergebnis und erkannte den "verdienten Sieg der Hausherren an. Wir haben körperlich heute Abend nicht mithalten können und auch in der Offensive viel zu ungefährlich agiert."

Nach dem Sprungball wurde nicht lange gefackelt. Beide Klubs legten ein enormes Tempo an den Tag und machten Druck. Die Gallusstädter hielten voll dagegen, waren aber extrem abhängig von ihrem Pointguard Alexander Kratz und Center Matthias Michalowicz. Der Brettspieler verursachte dem erfahrenen Übungsleiter Kostic gehörige Kopfschmerzen. Diese hatte auch der Gäste-Trainer, wenn Kratz nicht auf dem Feld war. Ohne den Aufbauspieler stotterte der Angriffsmotor doch gewaltig, was sich aber erst in der zweiten Halbzeit ernsthaft bemerkbar machte. Bis zum Kabinengang setzte sich kein Team vorentscheidend ab.

Nach 20 Minuten führte der VfB mit 49:43 und die folgenden zehn sollten die Entscheidung bringen. Der TSV-Trainer musste seinen Leistungsträgern Ruhepausen gönnen und genau in dieser Phase verordnete sein Pendant seiner Fünf eine Zonenpresse, die umgehend ihre Wirkung zeigte. Grünberg leistete sich mehrere Ballverluste und dies nutzten die 1900er zu einer 56:48-Führung in der 26. Spielminute. Diesen Rückstand machten die Oberhessen nicht mehr wett, zumal die beiden Rotaru-Brüder an der Freiwurflinie eine unglaubliche Treffsicherheit an den Tag legten. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass sie zu den beiden Top-Scorer avancierten. Für Christoph Hillgärtner war es eine "tolle Derbystimmung in der Halle, auch wenn das Spiel teilweise etwas holprig ablief."

VfB 1900 Gießen: F. Rotaru (23), S. Rotaru (20), Cornus (2), Dirlic (7), Hillgärtner (7), Schläfer (2), Schmid (6), Mustafic (4), Biallas, Pavlovic (8), R. Atoberhan (8).
TSV Grünberg: Kratz (8), von Lehmden (14), A. Atoberhan (10), Knetsch (12), Michalowicz (15), Goltze (8), Green (2), Oppolzer (2), Schlüter (2), Lebo (2).

Gießener Anzeiger